Gut Kettenburg – von der Heidewirtschaft zum Dauerwald

Das Gut Kettenburg liegt am Westrand der Lüneburger Heide. Im Erbregister des Amtes Rethem von 1669 ist vermerkt: Es liegt “an einem fast sohren Heideort, und wird der Ländereien und Wiesen, Viehzucht und dergleichen nicht zum besten gelegen, [...], ist auch [...] eine kleine Hölzung dazu gehörig, item eine geringe Wassermühle [...]“.

Seit 1864 wird unser Wald in Eigenregie nachhaltig bewirtschaftet. Es bedeutete eine große Herausforderung und Verantwortung dieses Erbe zu meistern. Die Hälfte der Flächen waren ertraglose Moor- und Heideflächen, auf denen eine Heidschnuckenherde ihre Lebensgrundlage finden musste. Diese Heidewirtschaft wurde unwirtschaftlich durch Substitute aus Übersee, wie Merino- und Baumwolle, Zucker und Paraffin.

Unsere Vorfahren waren davon überzeugt, dass die Landwirtschaft auf den ertraglosen Heideböden keine Zukunft hat. Ziel war es, “für spätere Zeiten ein ertragreicheres Waldgut zu schaffen“.

Sie pflanzten und säten in bunter Baumartenmischung. Mit Rotbuchen aus eigener Anzucht wurden devastierte Waldflächen ausgepflanzt.

Einzelne starke Bäume wurden nach Bedarf verkauft. Sie hinterließen im Kronendach Löcher, Licht kam auf den Boden und Naturverjüngung aus unterschiedlichen Baumarten stellte sich ein. Der Wald gewann an Struktur und Mischung, er wurde stabiler gegen alles das, was schadet, und er ließ sich kostenmindernd bewirtschaften. Das praktische Wissen um dieses Wirtschaftsprinzip wurde von Generation zu Generation weitergegeben, verfeinert und an die jeweiligen Verhältnisse angepasst. Daraus entwickelte sich der heutige Dauerwald.

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